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EMIVA

Einsamkeit im Alter: Was tun? Tipps für Angehörige

Von Marcelin Berens, Gründer von EMIVA ·

Viele Kinder und Enkel kennen das Gefühl: Am Telefon klingt die Mutter fröhlich, aber man ahnt, dass die Tage lang sind. Oder der Vater erzählt immer weniger, seit die Nachbarn weggezogen sind. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Einsamkeit erkennen, wie Sie sie ansprechen und was im Alltag helfen kann. Ganz ohne schlechtes Gewissen, denn niemand kann immer da sein.

Welche Dinge machen im Alter einsam?

Oft kommen mehrere Veränderungen zusammen:

  • der Verlust des Partners oder der Partnerin
  • Freundinnen und Freunde, die gestorben oder ins Heim gezogen sind
  • Kinder und Enkel, die weit weg wohnen und viel arbeiten
  • der Abschied vom Beruf und damit von täglichen Kontakten
  • eingeschränkte Beweglichkeit, schlechteres Hören oder Sehen
  • der Verzicht aufs Autofahren

Wie erkennt man einsame Menschen?

Einsamkeit zeigt sich selten offen. Mögliche Hinweise sind:

  • Gespräche am Telefon werden länger, und der Abschied fällt schwer.
  • Frühere Hobbys, Vereine oder Treffen werden aufgegeben.
  • Die Person erzählt kaum noch von anderen Menschen.
  • Der Tagesablauf verliert seine Struktur.
  • Die Stimmung wirkt gedrückter als früher.

Keines dieser Zeichen bedeutet automatisch Einsamkeit. Wenn Ihnen aber mehrere auffallen, lohnt sich ein behutsames Gespräch. Wenn Sie sich Sorgen um die Gesundheit machen, sprechen Sie gemeinsam mit der Hausarztpraxis.

Ab wann gilt man als einsam?

Einsamkeit ist ein Gefühl und lässt sich nicht an der Zahl der Kontakte ablesen. Manche Menschen leben allein und fühlen sich wohl. Andere haben viel Besuch und fühlen sich trotzdem einsam. Entscheidend ist, ob die Kontakte so sind, wie die Person sie sich wünscht.

Wie Sie Einsamkeit ansprechen

  • Fragen statt feststellen. „Wie geht es dir mit den langen Abenden?“ öffnet mehr als „Du bist doch einsam.“
  • Zuhören, ohne gleich Lösungen zu bringen. Oft tut es schon gut, darüber reden zu können.
  • Die Entscheidung bei der Person lassen. Ihre Eltern bestimmen selbst, was sie ausprobieren möchten.

Tipps gegen Einsamkeit im Alter

  1. Feste kleine Rituale. Ein kurzer Anruf jeden Dienstag ist oft wertvoller als ein langer Besuch alle zwei Monate.
  2. Gemeinsame Erinnerungen. Fotos zusammen anschauen und erzählen lassen, auch per Video.
  3. Kontakte vor Ort. Seniorenbüros, Mehrgenerationenhäuser, Kirchengemeinden und Vereine bieten Treffen an. Bieten Sie an, beim ersten Mal mitzugehen.
  4. Telefonangebote. Bei Silbernetz können ältere Menschen kostenlos und anonym anrufen, wenn sie einfach mal reden möchten: 0800 4 70 80 90, täglich von 8 bis 22 Uhr. Auf Wunsch vermittelt Silbernetz auch eine Person, die regelmäßig anruft.
  5. Technik, die einfach bleibt. Ein Tablet mit Videotelefonie oder ein persönlicher Gesprächspartner kann helfen, wenn die Bedienung leicht ist und Ihre Eltern es wirklich möchten.

Was Sie als Angehörige tun können, wenn Sie wenig Zeit haben

Sie müssen nicht alles allein schaffen. Teilen Sie Anrufe unter Geschwistern auf, binden Sie Enkel ein oder fragen Sie in der Nachbarschaft nach. Kleine, verlässliche Kontakte zählen mehr als große Gesten. Und es ist in Ordnung, wenn Sie nicht jeden Tag anrufen können.

Wo EMIVA helfen möchte

EMIVA ist ein persönlicher Gesprächspartner auf Basis künstlicher Intelligenz. Er soll in den Stunden da sein, in denen niemand Zeit hat, und an Gesagtes anknüpfen, wenn Ihre Eltern das möchten. Sie als Angehörige können beim Kennenlernen und Einrichten helfen. Ob EMIVA genutzt wird und was davon geteilt wird, entscheidet die Person selbst.

EMIVA befindet sich in Entwicklung und wird mit Testfamilien erprobt. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Für Angehörige.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einsamkeit ist ein Gefühl und zeigt sich oft leise.
  • Sprechen Sie sie behutsam an und lassen Sie die Entscheidung bei Ihren Eltern.
  • Feste kleine Rituale wirken mehr als seltene große Besuche.
  • Angebote wie Silbernetz, Seniorenbüros und einfache Technik können ergänzen.
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